Rudolf Steiner und der Bodybuilder

Obwohl die Ankunft an der Langstrasse holprig verlaufen ist, lokalisierten wir am gestrigen Einsatz in Zürich (15.11.2015) viele offene Herzen. Das erste Gespräch mit zwei Männern – einer hatte das Logo der Lieblingsband auf die Stirn tätowiert – war geprägt von Spott und Hohn. Plötzlich verschwanden die beiden Gesellen und mein Teamkollege Michel tauchte auf. Er rückte mit einem Koffer voll christlicher Schriften an. Michel verteilte bereits im Vorfeld diverses Material und war früher am Zielort eingetroffen.

Auf einer Parkbank entdeckte ich einen kräftig gebauten Mann, der eine Sporttasche bei sich trug. Ich setzte mich zu ihm und wir sprachen über Jesus. Insbesondere das Thema Vergebung in der Familie spielte eine wesentliche Rolle in seinem Leben. Fredys linker Arm war von der Überbelastung beim Bankdrücken (sein Rekord sind 250 Kilogramm) geschwollen und die Bewegung des Gelenks war eingeschränkt. Trotz seines hohen Alters pumpte er seine Muskeln in extremer Weise. Ich erwähnte die Vergänglichkeit des Körpers, betete für ihn und drückte ihm etwas zum Lesen in die Hand.

Michel sprach mit zwei Prostituierten, die sagten, dass sie am Abend vor dem Einschlafen jeweils das Traktat «Pure Gold» lesen, welches sie in der Vergangenheit von uns erhielten. Eindrücklich ging die Konversation mit Hans über die Bühne, der einen katholischen Hintergrund hat. Anfangs war sein Geist finster und trüb. Im Verlaufe unseres Gesprächs nahm er die Brille von der Nase und wischte sich die Tränen aus den Augen. Wir sprachen über die Liebe Gottes und das Blut von Jesus Christus. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich und wurde heiter. Am Schluss betete Michel für ihn.

Wenige Meter später machten wir die Bekanntschaft von Benjamin. Er arbeitete als Dachdecker und erzählte uns dramatische Geschichten aus seinem Leben, die er nur mit Gottes Hilfe überlebte. Auch ihn konnten wir ermutigen und für ihn beten. Bei einer Bushaltestelle begegneten wir einem Mann, der seit drei Tagen wach war. Ich betete für eine Wunde an seinem Finger. Dann befahl ich im Namen von Jesus, dass alle bösen Geister seinen Körper verlassen. Anschliessend fühlte er sich erleichtert.

Auf der linken Strassenseite gab es ein Gespräch mit Thomas. Obwohl ihn Philosophen wie Rudolf Steiner faszinierten, hatte er grosses Interesse an Jesus Christus und meinte, dass nur der Sohn Gottes die Rettung sei. Unglücklicherweise übte Internetpornografie eine starke Faszination auf ihn aus. Michel wusste genau, in welcher Situation sich Thomas befand und betete für ihn. An diesem Abend dünkte mich spannend wie Gott uns zu Menschen führte, die eine ähnliche Biografie wie wir selber hatten…

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