Von legalen und illegalen Paraden

Was hat die 26. Ausgabe der «Street Parade» mit der achten Episode vom «Marsch für das Leben» zu tun? Während heute die wilde Party in Zürich mit ohrenbetäubender Musik, Drogen und nackten Tatsachen über die Bühne geht, erhält die für September 2017 geplante Demonstration gegen Abtreibung im Kanton Obwalden keine Bewilligung. Laut offizieller Seite befürchtet man Krawalle, die durch externe Gruppierungen ausgelöst werden könnten. In diesem Zusammenhang erstrahlt das Motto des Tanzfestivals am See wie eine gigantische Illusion, weil dort «Love Never Ends» propagiert wird. Im Klartext: Liebe, Frieden, Freiheit und Toleranz gelten, solange das Ego im Mittelpunkt steht. Kürzlich ist die grösste Schweizer Flagge der Welt am Säntis in zwei Teile zerrissen. Eine letzte Warnung von oben für diese Nation?

Gestern (11.08.2017) besuchte ich abermals das Fitnesscenter und konnte Menschen auf Jesus hinweisen. Dabei wurde ich zweimal mit dem Thema «Radikal» konfrontiert. Viele wissen nicht, dass dieses Wort aus dem lateinischen Begriff «radix» stammt, was so viel bedeutet wie Wurzel oder Ursprung. Jeder Mensch vertritt seinen persönlichen Standpunkt in einer radikalen Art und Weise. Hier ein Beispiel. Wenn ich von Frauen und Autos spreche, dann leuchten die Augen vieler Zuhörer. Sobald ich aber Jesus thematisiere, werde ich als Fundamentalist abgestempelt. Spannend!

Am späteren Nachmittag traf ich im Zug einen Mann, der mich auf das christliche Hilfswerk Servants Switzerland hinwies. Er hat sich selbst ein Bild des Projekts vor Ort auf den Philippinen gemacht und erzählte mir, dass man sich um Kinder auf der Strasse kümmert. Als ich beim Zielort ankam, machte ich gemeinsam mit Nino, Christoph und Roland einen Einsatz in Zürich. Wir trafen uns beim Hauptbahnhof und beteten für die bevorstehende Arbeit im Weinberg des HERRN. In der Nähe der Apotheke begegneten wir einem dunkelhäutigen Mann, der uns von einer uralten Religion erzählte. Wir stellten ihm Jesus vor. Jedenfalls litt der Somalier an Schmerzen in den Füssen und hatte trockene Augen. Nino und Roland beteten für ihn. Danach probierte er ein paar Schritte zu gehen und stellte verwundert eine Reduzierung des Problems fest. Halleluja!

Wenige Meter davon entfernt, kamen wir mit zwei Jugendlichen ins Gespräch. Einer von ihnen war Moslem und der andere zweifelte an der Bibel. Adam und Eva seien unglaubwürdig, dafür liefere die Wissenschaft überzeugende Argumente. Während der Diskussion schilderten Christoph und Roland ihre Erfahrungen mit Gott. Zudem erzählte Nino ein interessantes Gleichnis. Nach kurzer Zeit klinkte ich mich aus, weil ich von einer obdachlosen Frau angesprochen wurde. Sie glaubte an Jesus, aber war nicht gehorsam und litt an Diabetes. Ich ermutigte sie, in der Nachfolge weitere Schritte zu wagen. Ausserdem betete ich für ihre Krankheit und segnete sie finanziell.

Danach trafen Christoph und ich eine Missionarin, die am Knie eine Schiene hatte. Wir beteten für sie und wollten mehr über ihre Aufgabe wissen. Jedes Kind Gottes hat eine persönliche Berufung im Leib Christi und dient mit unterschiedlichen Gaben. Natürlich können wir alle das Evangelium verkünden und für Kranke beten. Zwischendurch ermutigte uns Christoph auf den Heiligen Geist zu hören und den wunderbaren Führungen des HERRN zu vertrauen. Ebenfalls beeindruckend waren die Abenteuer von Nino, die er kürzlich mit einem Glaubensbruder erlebte. Gemeinsam waren sie eine Woche in der Schweiz unterwegs – ohne Geld, Essen sowie Unterkunft – und wurden von Gott immer wieder versorgt.

Nach einer Weile trennte sich Roland von unserer Gruppe und verkündete die rettende Botschaft vom Kreuz gemeinsam mit einer Schwester in Christus. Beim Ausgang betete ich für eine Frau mit Problemen im Magenbereich. Ihr Begleiter war einer der Pastoren aus der Gemeinde «Mountain of Fire an Miracles Ministries», die unter anderem in Winterthur stationiert ist. Er kannte einen Glaubensbruder von mir und wir freuten uns. Nach dieser ungewöhnlichen Begegnung warteten wir beim HB, bis der Regen nachliess und spazierten anschliessend durch die Bahnhofstrasse. Beim Globus fielen mir drei junge Frauen auf. Eine von ihnen sagte, dass sie Jesus aus dem Religionsunterricht kennt. Ich erklärte ihnen die gute Nachricht und Christoph erzählte ihnen einen Teil seiner Biografie, die auch mit dem Tod seiner jüngsten Tochter zusammenhängt. Auf seiner Webseite zuerstgeliebt.ch kann man erfahren, was die geheimnisvollen Wolken beim Friedhof über Gottes Liebe aussagen.

Unter einem grossen Baum bei der Pestalozzianlage wiesen wir eine Familie aus Indien auf Jesus hin. Interessanterweise suchten die Touristen die bekannten Kirchen (Fraumünster & Co.) und waren nicht sehr motiviert eine Konversation über den Glauben zu führen. Weshalb wollen wir spektakuläre Tempel sehen und nicht den Hintergrund des Ganzen erfahren?

Später redeten wir mit einem Mann, der seit drei Monaten in Zürich wohnt und offen ist für Jesus. Wir hatten ein gutes Gespräch über den Sinn des Lebens und die Versöhnung mit Gott. Dabei thematisierten wir die persönliche Beziehung mit dem himmlischen Vater. Natürlich gehören dazu Umkehr, Taufe und Heiliger Geist. Offensichtlich wollte der HERR diesen Mann erreichen. Wunderbar!

Einem katholischen Paar aus Mexiko durfte ich später erklären, dass wir uns weder auf den Papst noch auf Maria konzentrieren sollten. Nur der Bund mit Jesus Christus ist der Schlüssel ins Himmelreich.

Inmitten der vielen Passanten entdeckten wir Roland und Rahel. Sie diskutierten mit Leuten über Jesus und verteilten kreative Flugblätter. Es handelt sich um einen doppelseitigen Flyer, welcher die Wurzeln unseres schönen Landes beleuchtet. Das Projekt hört auf den Namen Amazing Place und ist mit einer Plattform im Internet verknüpft, die in den vier Sprachen (Englisch, Arabisch, Russisch und Chinesisch) verfügbar ist. Dort kann man beispielsweise einen Film über Jesus ansehen, die Fundamente der Schweiz ergründen und die Bibel als App für Computer oder Handy herunterladen.

In der Nähe der Tramhaltestelle erklärten wir einem älteren Mann das Evangelium. Er musste sieben Operationen am Rücken über sich ergehen lassen und wurde in der Vergangenheit von starken Schmerzen geplagt. Wir segneten ihn und freuten uns über das angenehme Gespräch mit ihm. Im Verlaufe unseres Einsatzes in Zürich ermutigten wir uns auch immer wieder gegenseitig. So erzählte Nino, dass er früher Furcht vor Menschen hatte und erst seit anfangs Jahr Gebete für Heilung auf der Strasse anbietet. Motiviert wurde er durch die Pioneer Training School von Torben Søndergaard, deren Lektionen man online anschauen kann.

Nach der Ankunft beim Bürkliplatz entdecken wir eine Gruppe von jungen Moslems. Einer von ihnen litt an Beschwerden in der Schulter, aber wollte kein Gebet. Wir erklärten ihnen, dass Isa (Jesus) mehr ist als im Koran steht und Gottes Sohn für unsere Sünden starb. Vor der Überquerung der Quaibrücke beteten wir für die Region. Auf der anderen Seite besuchten wir ein Restaurant und genossen zusammen eine feine Mahlzeit, die Christoph bezahlte – herzlichen Dank! Während dieser gesegneten Gemeinschaft tauschten wir unsere Erfahrungen in der Nachfolge Jesu aus. So hörten wir von herrlichen Heilungen und Befreiungen. Ein Thema war die Prophezeiung vom 23. September 2017, die aktuell in aller Munde ist. Nino meinte, dass er sich auf die Arbeit im Königreich des HERRN fokussieren will und nicht Spekulationen folgt. Das finde ich eine gute Einstellung, schliesslich hat Jesus selbst gesagt, dass niemand den Zeitpunkt seiner Rückkehr weiss, ausser der Vater im Himmel – siehe Matthäus 24, 35-39! Was für eine Freude ist es, wenn die Mitglieder von der Familie des Lichts am gleichen Tisch sitzen und Gott die Ehre geben.

Übrigens, während dem Schreiben von diesem Text bekam ich einen kuriosen Gedanken: Die toleranten Besucher der «Street Parade» verwandeln sich einen Monat später zum intoleranten Mob, der die Veranstaltung «Marsch für das Leben» sabotiert…

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