Der Komiker und die Alkoholiker

Ehepaare, die sich lieben, geben nicht einfach auf, sondern kämpfen bis zum Schluss. Dasselbe gilt für die Gemeinschaft mit Gott. An mehreren Stellen betont die Bibel eine verbindliche Beziehung mit Jesus, die auf einem übernatürlichen Bund basiert. Religionen vermitteln ein falsches Bild, weil sie Traditionen und Rituale in den Vordergrund stellen. Es geht nicht darum, in der Kirche den Worten des Pfarrers zu lauschen und einmal pro Tag das «Vaterunser» aufzusagen. Natürlich kann man diese Gewohnheiten pflegen, aber ohne eine persönliche Entscheidung für den Heiland fehlt das Fundament. Unser Schöpfer möchte uns aus dem Dilemma der Selbstsucht befreien. Wenn wir glauben, dass Christus für unsere Schuld gestorben ist und nach drei Tagen das Grab verliess, dann bereuen wir unsere Sünden und lassen uns im Wasser taufen, damit wir den Heiligen Geist empfangen. Ausgerüstet mit dieser Kraft von oben sind wir mit dem Himmelreich vernetzt und folgen dem HERRN in die Ewigkeit – nicht nur sonntags oder an speziellen Feiertagen.

Am Donnerstag (29.03.2018) reiste ich mit der Familie nach Schaffhausen. Im Vorfeld kontaktierte mich Nino, weil er den Eindruck hatte, wir sollten an diesem Nachmittag einen Einsatz machen. Beim Bahnhof in Winterthur staunte ich, als plötzlich ein berühmter Komiker auftauchte. Es handelte sich um Peach Weber. Ich sagte ihm, dass Jesus auch für ihn am Kreuz gelitten hat und wies ihn auf das Projekt superkraft.ch hin. Danach stiegen wir in den Zug und fuhren zum Zielort.

Was diese ungewöhnliche Begegnung mit einem Alkoholiker zu tun hatte, den ich ungefähr eine Stunde später traf, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Als wir in der sehenswerten Stadt am Rhein ankamen, trafen wir unseren Glaubensbruder und begannen die Mission. Zusätzlich beteiligten sich zehn Fürbitter an der Operation, die im Hintergrund stationiert waren. Meine Frau und die Kinder bildeten ebenfalls eine Truppe – sie platzierten die gute Nachricht mit kreativen Einlagen. So malten sie eine österliche Botschaft auf die verdreckten Fenster einer Türe und verteilten das Wort Gottes in gedruckter Form. Ich zog mit Nino um die Häuser. Einige Meter von unserem Startpunkt entfernt, kamen wir mit zwei älteren Männern ins Gespräch. Beide waren mit Bierdosen bewaffnet und sassen in der Wartehalle. Wir teilten uns auf und erklärten ihnen das Evangelium. Dabei ging es um Apostelgeschichte 2,38 und die Umkehr zum himmlischen Vater. Was mich überraschte war, dass mein Gesprächspartner ohne ersichtlichen Grund den Promi aus dem Kanton Aargau erwähnte: Peach Weber. Jedenfalls verlief die nachdenkliche Konversation spannend. Nach einer Weile betraten weitere Personen den Schauplatz.

Es handelte sich um einen Mann, der als Erwachsener nochmals getauft und daraufhin vom Feind attackiert wurde. So wie ich die Situation verstanden habe, war es eine dämonische Belastung. Dies zeigte sich unter anderem durch den Alkohol, der abermals Einzug in sein Leben hielt. Das Gleichnis in Lukas 11 (siehe Verse 24 bis 26) thematisiert die Problematik eindrücklich:

«Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so durchstreift er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht; dann spricht er: Ich will wieder zurückkehren in mein Haus, aus dem ich fortgegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er’s gekehrt und geschmückt. Dann geht er hin und nimmt sieben andre Geister mit sich, die böser sind als er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie darin, und es wird mit diesem Menschen hernach ärger als zuvor.»

Deshalb sollten Christen keinesfalls in das alte Leben zurückkehren, sondern mit dem Heiligen Geist erfüllt sein und die Leitung von oben beachten. Also beteten wir für ihn und wiesen die Finsternis weg. Dabei spürte er eine Erleichterung. Wenige Minuten danach zeigte er mir auf seinem Handy den Hinweis zu einer Veranstaltung von Christen. Es war genau das, was ich ihm eigentlich sagen wollte und zwar, dass er Gemeinschaft mit anderen Glaubensgeschwistern suchen und sich von falschen Freunden distanzieren soll.

Später beteten wir am selben Ort für einen anderen Mann, der mit seiner Frau das eigene Kind abgetrieben hat und nun tief bedrückt war. Scheinbar meinte seine Partnerin, dass diese Tat niemals vergeben wird. Er glaubte an Jesus, aber zögerte konkrete Schritte in der Nachfolge zu tun. Während unserem Dienst flossen Tränen. Am Schluss gab ich ihm meine Kontaktdaten und hoffe, dass er sich meldet.

Beim Parkplatz redeten wir mit einem Mann, der als Bildhauer arbeitet und beispielsweise Grabsteine herstellt. Wir nahmen den Karfreitag und die Auferstehung von Jesus als Einstieg. Während des Dialogs zeigte uns der Handwerker auf seinem Telefon zwei christliche Ikonen, die er gestaltet hat. Scheinbar gründet sein Glaube auf der katholischen Kirche und wir ermutigten ihn, eine persönliche Beziehung mit Jesus Christus zu pflegen. Nino schenkte ihm ein Traktat.

In der Pause besuchten wir ein Restaurant und genossen einen feinen Kaffee. Als Ninos Schwester unser Team ergänzte, hörte ich spannende Zeugnisse. Ich möchte hier auf zwei Ereignisse eingehen, die mich beeindruckt haben. Einerseits erfuhren Nino und seine Frau durch Sandras leidenschaftlichen Dienst von Jesus Christus. In der Vergangenheit säte sie das Wort Gottes in der eigenen Familie und durfte miterleben, wie der HERR die Frucht gedeihen liess. Anderseits führte sie eine Handvoll Menschen zum Heiland und wurde dafür innerhalb einer christlichen Versammlung angegriffen, weil sie die «Vorschriften» missachtete.

Grundsätzlich ist es so, dass Christen in der Autorität des Heiligen Geistes im Königreich des Lichts dienen und keine besondere Erlaubnis von einem irdischen Gremium benötigen. Unglücklicherweise gibt es religiöse Organisationen, die ihre «Mitglieder» mit eigenen Regeln kontrollieren wollen und dabei biblische Richtlinien ausklammen.

Nino schilderte ebenfalls ein starkes Erlebnis mit Gott. Aufgrund einer Aufforderung aus seinem Hauskreis besuchte er seinen Vater, der mit einer Lungenembolie im Spital lag. Während diesem Treffen entschied sich der Vater für Jesus und die Symptome seiner Krankheit verringerten sich. In der Nacht hatte sein Vater einen Traum und sah Schuhschachteln auf einem Förderband, die am Ende in den Abgrund stürzten. Gleichzeitig wurde seine Schachtel in den Himmel gehoben!

Nach unserem Erfahrungsaustausch starteten wir die zweite Runde. Bei der Patrouille durch die Altstadt in Schaffhausen erwarteten uns anspruchsvolle Konfrontationen. Gleich zu Beginn trafen wir einen Mann, der sich umbringen wollte. Er hatte seine Lebenspartnerin verloren und litt unter finanziellen sowie gesundheitlichen Problemen. Gemäss seinen Aussagen war er an diesem Tag zwei (!) weiteren Teams von Christen begegnet, die bereits für ihn gebetet hatten. Wir erklärten ihm das Evangelium und betonten die Liebesbeziehung mit Jesus. Gott möchte mit uns einen verbindlichen Bund. Wir sind dazu berufen, Kinder des himmlischen Vaters zu werden, aber wir müssen von unserem hohen Ross heruntersteigen und den Stolz beerdigen.

Vor einer Apotheke redeten wir mit zwei Moslems aus Syrien. Wir erklärten ihnen die Bedeutung von Karfreitag und Ostern. Ausserdem ermutigten wir sie, die Bibel und den Koran zu vergleichen. Viele Menschen behaupten, dass alle Glaubensrichtungen gleich sind. Das ist eine Lüge und entspricht dem Zeitgeist. Wer die Grundlagen studiert, bemerkt die Unterschiede und entscheidet sich für die Wahrheit.

Auf dem Fronwagplatz legte Nino einem Mann die Hand im Namen von Jesus auf das linke Bein. Er hatte eine Schwellung, die durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen worden war. Zusätzlich litt er an Schmerzen der Stufe 4 von 10. Nach zwei Gebeten war der Spuk vorbei. Halleluja! Wir thematisierten Jesus und drückten ihm einen christlichen Flyer in die Hand.

Eines der letzten Gespräche im Verlaufe unserer Mission entpuppte sich als überraschend humorvoll. Ein Passant sagte, dass er zwar Schmerzen, aber kein Arzt mehr geöffnet habe. Daraufhin sagte ich ihm, dass der himmlische Arzt immer Sprechstunde hat…

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