Das Geheimnis vom Ölbaum: Juden und Heiden

Oliven wachsen auf Ölbäumen. Die mediterranen Steinfrüchte der kultivierten Nutzpflanze werden zu Olivenöl gepresst. Mit der kostbaren Substanz wurden Könige gesalbt, Verwundete gepflegt, Lampen angezündet und Speisen zubereitet. Ausserdem basieren unzählige kosmetische Produkte auf diesem Rohstoff. Vor rund 4‘400 Jahren trug eine Taube den Zweig eines Olivenbaums zur Arche und signalisierte Noah das Ende der Sintflut – siehe 1. Mose 8!

In der Bibel fungiert Öl auch als Symbol für Heiligkeit. So spricht Paulus im Neuen Testament über die Einheit zwischen Juden und Heiden, die durch Jesus Christus zustande kommt. Dazu verwendet der Apostel in Römer 11 das Bild von zwei Ölbäumen. Die Rede ist von einem edlen und einem wilden Exemplar des knorrigen Gewächses. Das Gleichnis beschreibt in eindrücklicher Art, wie die wilden Äste in den edlen Baum eingepfropft werden, damit sie von dessen Saft und Wurzeln profitieren.

Was steckt hinter dieser geheimnisvollen Fusion?

Gott vereint Christen aus dem Heidentum und Christen aus dem Judentum in einer königlichen Familie, welche für die Ewigkeit bestimmt ist. Das ist ein gewaltiges Privileg, weil ursprünglich nur die Juden auserwählt waren. In der Vergangenheit entschied sich der Schöpfer von Himmel und Erde für ein Volk, um sich der ganzen Welt zu offenbaren. Interessanterweise waren die Hebräer weder klüger noch stärker als die anderen Nationen. Im Gegenteil. Im 5. Mose (siehe Kapitel 7) lesen wir, dass der HERR die Israeliten einfach geliebt hat. An diese übernatürliche Beziehung ist ein Segen geknüpft, der vollends zur Entfaltung kommt, wenn die Richtlinien von oben eingehalten werden.

Wenn wir uns die beiden Ölbäume nochmals genauer anschauen, entdecken wir, dass Gott wertvolle Zweige aus dem edlen Exemplar entfernt und stattdessen wilde Zweige eingepflanzt hat. Weil die ursprünglich berufenen Israeliten den Rettungsplan aus Jesaja 53 ablehnten, erhielten alle Heiden die Möglichkeit, sich mit dem HERRN zu versöhnen. Der Heiland starb am Kreuz, damit unser Sündenregister getilgt wird. Jesus ist das perfekte Opfer; er war ohne Schuld. Deshalb konnte der Messias nach drei Tagen von den Toten auferstehen. Halleluja!

Nun liegt es an uns, ob wir das Friedensangebot annehmen und der Verdammnis entgehen. Wenn wir glauben, dass Gott seinen Sohn für unsere Verfehlungen geopfert hat, erhalten wir das ewige Leben. In der Apostelgeschichte 2,38 stehen die Rahmenbedingungen für den neuen Bund mit dem himmlischen Vater. Sobald wir unsere Sünden bereuen, im Wasser getauft werden und den Heiligen Geist empfangen, beginnt das grösste Abenteuer aller Zeiten.

Für Christen aus dem Heidentum gibt es aber keinen Grund überheblich zu werden, da Gott ihretwillen viele Juden verworfen hat. Laut der Bibel musste dies so geschehen, damit die wilden Zweige überhaupt am edlen Olivenbaum andocken können. Gläubige Heiden werden davor gewarnt, die unverdiente Gnade zu missbrauchen, weil sie der HERR wieder vom verheissungsvollen Stamm abhauen kann. Deshalb ist die Nachfolge im Alltag für jeden Jünger entscheidend. Wer Jesus liebt, hält seine Gebote (siehe Johannes 14,15) und orientiert sich an der Heiligen Schrift.

Israel darf sich freuen, wenn es eines Tages den Messias von Herzen empfängt und erneut am edlen Ölbaum eingepfropft wird. Gottes Barmherzigkeit über seinem Volk ist weitaus grösser als wir uns vorstellen können. Egal, ob Abraham, Josef, Mose, Samuel, David, Elia, Daniel oder Hesekiel, überall in der Geschichte finden wir Hinweise wie der HERR für seine Kinder gekämpft hat. In Johannes 4,22 steht unter anderem, dass das Heil aus den Juden kommt und gemeint ist der Erlöser Jesus Christus…

«Denn wenn du aus dem Ölbaum, der von Natur wild war, abgehauen und wider die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wieviel mehr werden die natürlichen Zweige wieder eingepfropft werden in ihren eigenen Ölbaum»

Bibel, Römer 11,24

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