Mose und Jesus: Die Reise ins gelobte Land

Was haben die alten Pharaonen und der Teufel gemeinsam? Sie bauen mit gefangenen Seelen diabolische Pyramiden der Finsternis. Allerdings gibt es Hoffnung: Genauso wie Mose die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten befreite, rettet uns Jesus aus der Knechtschaft der Sünde. Damals wie heute geht es um eine persönliche Beziehung mit Gott. Jeder Christ befindet sich auf einem anspruchsvollen Weg, der vielseitige Herausforderungen bereithält. Ziel ist es, dem Heiligen Geist gehorsam zu sein und das gelobte Land sprich das Paradies zu erreichen. Wer das Alte und Neue Testament aufmerksam studiert, erkennt atemberaubende Zusammenhänge.

Gott hat seinen wunderbaren Rettungsplan offenbart und will die Menschheit von dem Fluch erlösen, der im Garten Eden seinen Anfang nahm. Nachdem Adam und Eva der Schlange mehr vertrauten als dem Schöpfer, beschädigten sie ihre ursprüngliche Identität. Der Tod kam in die Welt und das Chaos wurde entfesselt. Trotzdem zeigt sich die Leidenschaft des himmlischen Vaters für seine verlorenen Söhne und Töchter durch alle Epochen.

Auch Mose machte diese Erfahrung. Bereits bei der Geburt befand sich der Hebräer in Todesgefahr. Hier finden wir den ersten Hinweis auf Jesus. Sowohl König Herodes als auch der Pharao ermordeten unzählige Kinder, weil sie Angst um ihren Thron hatten. Dennoch vermochten die abscheulichen Taten der grössenwahnsinnigen Diktatoren den Siegeszug des HERRN nicht zu stoppen.

Im Alter von 80 Jahren wurde Mose aus einem brennenden Dornbusch von Gott aufgefordert, die Gefangenschaft seines Volkes zu beenden. Der Pharao musste zehn Katastrophen über sich ergehen lassen, bis die Israeliten endlich den Schurkenstaat verlassen durften. Weder schreckliche Krankheiten noch riesige Hagelkörner und gefrässige Heuschrecken zwangen den Machthaber Ägyptens in die Knie. Aber die letzte Plage wendete das Blatt.

Gott sandte einen Engel, der die Erstgeborenen von Mensch und Vieh umbrachte. Bevor das Urteil vollstreckt wurde, erhielten die Israeliten eine Warnung. So mussten sie an einem ausgewählten Tag ein Lamm schlachten und eine Mahlzeit zubereiten. Ausserdem sollten sie mit dem Blut des Tieres die Rahmen der Türen ihrer Häuser bestreichen, damit sie vor der übernatürlichen Strafe verschont wurden.

Am selben Abend wurde die Bevölkerung von dieser Tragödie heimgesucht. Auch der Pharao verlor einen Sohn. Panik breitete sich aus. Dies hatte zur Folge, dass die Unterdrückung der Hebräer ein Ende fand. In der jüdischen Tradition wird dieses Ereignis mit dem berühmten Fest «Pessach» gefeiert. Im zweiten Buch Mose (Exodus) ist der Auszug von Ägypten und die dazugehörige Vorgeschichte detailliert beschrieben.

Spannend in diesem Kontext ist eine zusätzliche Gemeinsamkeit mit Jesus. Am Tag vor seiner Kreuzigung verzehrte er mit seinen Jüngern das Passalamm und führte das so genannte «Abendmahl» ein, dass Christen nach wie vor halten. Der Heiland verkörpert das Lamm Gottes und wurde geopfert, damit wir einen Bund mit dem HERRN schliessen können und unser Schuldenberg getilgt wird – siehe Lukas 22, 19-20:

«Und Jesus nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!»

Demzufolge repräsentiert Mose den alten Bund und Jesus den neuen Bund. Eine Freundschaft mit dem Heiland und die Ewigkeit warten auf bussfertige Menschen. Am Beispiel von Israel erkennen wir, dass der HERR zu den angekündigten Verheissungen steht und seine Richtlinien der beste Massstab überhaupt sind. Wer sich mit dem Gott Abrahams, Issaks und Jakobs versöhnt, findet den Sinn des Lebens.

Während der Wanderung durch die Wüste begleitete Gott sein Volk am Tag mit einer schattenspendenden Wolke und in der Nacht mit einer leuchtstarken Feuersäule. Auf der Flucht vor dem Pharao mussten die Hebräer das rote Meer passieren. Mit Gottes Hilfe trennte Mose die Wassermassen in zwei Teile. So konnte das Volk mit trockenen Füssen das Gewässer durchqueren. Als die ägyptischen Soldaten ihre Verfolgung im kühlen Nass fortsetzten, verlor der «Tunnel» die Stabilität und begrub die Armee in den strömenden Fluten.

Apostel Paulus spricht in seinem ersten Brief an die Korinther über einige dieser spektakulären Begebenheiten und sieht hier auch ein Bild für die Taufe:

«Ich will euch aber, Brüder und Schwestern, nicht in Unwissenheit darüber lassen, dass unsre Väter alle unter der Wolke gewesen und alle durchs Meer gegangen sind; und sind alle auf Mose getauft worden in der Wolke und im Meer…»

Einerseits ist hier die Taufe im Wasser und andererseits die Taufe mit dem Heiligen Geist gemeint, der durch die Wolke symbolisiert wird. Im Neuen Testament steht in Römer 6, dass wir in den Tod und die Auferstehung von Jesus hineingetauft werden. Wer sich zum HERRN bekehrt und seine Fehler bereut, lässt sich im Wasser taufen. Bei diesem Vorgang wird die «Herrschaft Ägyptens» beziehungsweise der Sünde gebrochen. Voraussetzung ist der Glaube an das Erlösungswerk von Golgota.

Später erfahren wir, dass die Hebräer 40 Jahre in der Wüste blieben und sogar eine ganze Generation aufgrund des Ungehorsams starb. Die Ursache des Dramas war die innere Haltung des Volks. Obwohl viele Wunder geschahen, prägte Undankbarkeit den Tagesablauf. Trotz Himmelsbrot (Manna), Unmengen von Wachteln und frischem Quellwasser aus dem Felsen, verhärteten die Menschen ihre Herzen. Ausserdem wollten sie zurück nach Ägypten, weil es dort scheinbar besser war. Dies führte dazu, dass Gott keinen Gefallen an ihnen hatte und die Reise ins gelobte Land viel länger dauerte als geplant.

Es ist ein Gleichnis auf die Beziehung mit Jesus im Alltag. Wenn Christen das alte Leben nicht loslassen und abermals nach Dingen streben, die sie kaputt machen, sabotieren sie das geistliche Wachstum. Die Ägypter hatten viele Götter und beteten indirekt Satan an. Ein Nachfolger des Heilands muss vorwärts gehen und existiert ausschliesslich durch die Kraft von oben. Wir brauchen den Heiligen Geist, um das Ziel zu erreichen. Unser Ego muss mit Gottes Liebe ausgetauscht werden. In der Offenbarung des Johannes ist unter anderem die Rede davon, dass Gläubige ihre Berufung im Fokus behalten sollen, damit sie nicht aus dem «Buch des Lebens» gelöscht werden – siehe Kapitel 2 und 3.

Im Alten Testament lesen wir, dass Mose auf den Sinai gestiegen ist und von Gott die beiden Steintafeln mit den zehn Geboten bekam. Das ungeduldige Volk bastelte sich in der Zwischenzeit ein goldenes Kalb, um es anzubeten. Als Mose von dem Berg herunterkam und den Götzendienst entdeckte, mussten 3’000 Leute sterben.

Interessanterweise finden wir hier eine weitere Schnittstelle zum Neuen Testament. Nachdem Jesus von den Toten auferstanden war und zu seinem Vater im Himmel zurückkehrte, empfingen die Gläubigen an Pfingsten den Heiligen Geist. An diesem Tag wurden etwa 3’000 Leute im Wasser getauft und mit dem Geist des HERRN erfüllt – siehe Apostelgeschichte 2! Kraftvoll ist auch das Datum von Pfingsten. Es handelt sich um denselben Tag an dem die Juden jeweils das Wochenfest «Schawuot» zelebrieren und sich an die Übergabe der zehn Gebote erinnern.

Die Ausgiessung des Heiligen Geistes basiert auf einer uralten Prophezeiung aus Hesekiel 36. In den Versen 26 und 27 erfahren wir, dass Gott, die früher in Stein eingravierten Gebote vom Sinai nun direkt in unsere Herzen schreiben möchte:

«Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.»

Was für eine geniale Zusage, die für jeden gilt, der von seinem hohen Ross heruntersteigt und in die Arme des himmlischen Vaters flüchtet. Stolz bringt niemanden ins Königreich des Lichts. Vielmehr ist eine kindliche Demut gefragt. Wir bereuen unsere Sünden, schliessen Frieden mit dem Erfinder des Universums und folgen dem Heiland in das zukünftige Jerusalem.

Abschliessend noch eine geniale Aussage von Paulus, welche eine Art Zusammenfassung des ganzen Textes ist. Die Nachfolger von Jesus Christus haben mit dem Heiligen Geist das ultimative Werkzeug erhalten und sind ein Liebesbrief Gottes an die Nationen dieser Erde…

«Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid, durch unsern Dienst zubereitet, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln, nämlich eure Herzen. Solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott. Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott, der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.Wenn aber schon das Amt, das den Tod bringt und das mit Buchstaben in Stein gehauen war, Herrlichkeit hatte, so dass die Israeliten das Angesicht des Mose nicht ansehen konnten wegen der Herrlichkeit auf seinem Angesicht, die doch aufhörte, wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt, Herrlichkeit haben?»

Bibel, 2. Korinther 3, 3-8

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