Der Zehnte und die Superpastoren

Gott liebt alle Menschen, aber seine Kinder haben einen speziellen Status. Wer sich mit dem Schöpfer des Universums versöhnt hat und mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, gehört zur königlichen Familie. Gemäss der Bibel erhalten nur diejenigen das Privileg, welche einen Bund mit dem HERRN eingehen. Jesus Christus gab sein Leben als Lösegeld für unsere verlorenen Seelen. Wenn du glaubst, dass der Heiland am Kreuz für dich persönlich gestorben ist, dann bereust du deine Sünden, lässt dich taufen und beachtest die gesunden Richtlinien von oben. In Römer 8 steht im Vers 14, dass sich die Söhne und Töchter des himmlischen Vaters von einem übernatürlichen Navigationssystem leiten lassen:

«Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.»

Am Sonntag (09.09.2018) wurde ich auf einen Pastor aufmerksam, der sich von seinen Anhängern wie ein Superstar feiern lässt. Es darf nicht sein, dass geistliche Vorbilder im Zentrum stehen und Jesus plötzlich ein Nebendarsteller ist. Streit und Hochmut sind die Früchte. Es handelt sich um ein Phänomen, mit dem bereits Paulus vor 2’000 Jahren konfrontiert wurde. In seinem ersten Brief an die Korinther beschreibt der bekannte Apostel im Kapitel 1 das Problem. Hier ein Auszug aus Vers 12 und 13:

«Ich meine aber dies, dass unter euch der eine sagt: Ich gehöre zu Paulus, der andere: Ich zu Apollos, der dritte: Ich zu Kephas, der vierte: Ich zu Christus. Wie? Ist Christus etwa zerteilt? Ist denn Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft?»

Natürlich sollen wir dankbar sein für die von Gott gesandten Apostel, Lehrer, Propheten, Evangelisten und Hirten. Ebenso können wir die berufenen Geschwister mit Finanzen und weiteren Dingen unterstützen. Sobald wir einen Personenkult veranstalten und Meinungen höher einstufen als das Wort Gottes, läuft das Ganze in die verkehrte Richtung.

Ich bevorzuge geistliche Nahrung aus Predigten, der Bibel und dem Gebet. Ebenfalls gute Quellen sind Gemeinschaften mit echten Glaubensgeschwistern und Lobpreis. Dennoch will ich keinen Zirkus um Christen inszenieren und ihre Aussagen über die von Jesus stellen.

Am Montag (10.09.2018) brachte ich ein Paket für einen indischen Missionar auf die Hauptpost in Winterthur. Dabei traf ich Tina Schmidt. Früher machte sie Karriere in der glamourösen Modewelt und suchte die Liebe am falschen Ort. Heute ist sie mit dem Heiland unterwegs und bringt Licht in die dunkle Welt. Übrigens, das Foto dieses Berichts zeigt eine Postkarte, welche sie entworfen hat und ich an diesem Nachmittag von ihr erhalten habe.

Nun möchte ich auf eine Sache eingehen, die mich schon länger beschäftigt. Es geht um die Kollekte. Insbesondere in Freikirchen ist die Aufforderung zum Spenden ein wichtiger Teil des Rahmenprogramms.

Ich selbst präsentierte über einen längeren Zeitraum mein Postkonto auf jeder Seite von superkraft.ch! Der HERR wies mich auf diesen Punkt hin und ich entfernte die Daten. Nun ist das Konto ausschliesslich im Bereich «Kontakt» zu finden. An der Stelle, wo in der Vergangenheit die provokativen Zahlen sichtbar waren, findet ihr nun zwei Verknüpfungen zu Online-Ausgaben der Bibel – siehe ganz unten rechts auf der Webseite.

In diesem Zusammenhang spreche ich kurz über die Abgabe des «Zehnten», der bei vielen christlichen Gemeinden seltsamerweise zum Kerngeschäft gehört. Dabei beziehen sich die Verantwortlichen unter anderem auf Maleachi 3,10 und verlangen, dass die Mitglieder zehn Prozent des Einkommens in die Kirche fliessen lassen:

«Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.»

Ursprünglich ging es im Alten Testament darum, dass die Priester von den Israeliten unterstützt werden, damit sie sich auf den Dienst im Tempel Gottes konzentrierten. Ein Bruchteil der Einnahmen wurde für das Gebäude verwendet. Ausserdem diente das Lagerhaus dazu, die Beiträge an die Leviten zu verwalten und den bedürftigen Brüdern zu helfen.

Inzwischen bilden die Gläubigen, welche den Heiligen Geist empfangen haben, den lebendigen Tempel Gottes. Deshalb findet man im Neuen Testament keine verbindliche Anweisung über den «Zehnten», welche die Nachfolger von Jesus berücksichtigen müssen.

Vielmehr geht es darum, dass Christen sich gegenseitig und die Armen mit einer freudigen Haltung unterstützen. Das gilt auch für Gemeinden. So lesen wir bei der Apostelgeschichte im Kapitel 2 in den Versen 44 bis 47:

«Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.»

Grundsätzlich ist das Thema «Spenden» eine Angelegenheit des Herzens und jeder muss entscheiden, wie viel Zeit und Geld er ins Reich Gottes investieren will…

Von Schmetterlingen, Krücken und Fruchtsäften

Verfolgung in Indien und geistlicher Prüfstein

Nichol Collins: Ehemalige Lesbe holt den Regenbogen zurück