Was ist Kirche?

Sakrale Gebäude stehen an vielen Orten auf der Welt. Die Palette reicht von Kapellen über Kloster bis hin zu Kathedralen. Architektonische Meisterleistungen, vergoldete Skulpturen und pompöse Malereien sorgen für eine spektakuläre Kulisse. Jeden Sonntag besuchen Millionen von Menschen die geschmückten Hallen und feiern traditionelle Gottesdienste. Kniebeugen vor dem Altar, brachiale Orgelmusik und andere fromme Übungen lockern die Predigt auf. Am Schluss verlässt der Pfarrer die Kanzel, treibt die Kollekte ein und verabschiedet sich von den Mitgliedern.

Ist das die ursprüngliche Form der Kirche?

Werfen wir einen Blick in die Bibel und klären diese Frage anhand der historischen Schriften. Im Alten Testament findet man die Berichte über König Salomo, der einen Tempel für Gott konstruierte. Das einzigartige Bauwerk wurde in Israel errichtet. Ausgewählte Priester verübten ihren Dienst, opferten Tiere und erlebten die Anwesenheit des HERRN.

Später zerstörten die Babylonier das jüdische Heiligtum, weil sich Gottes Volk nicht an die himmlischen Spielregeln hielt. Vor rund 1’950 Jahren legten die Römer auch die zweite Version des Tempels in Schutt und Asche. Ein Aufstand der Juden löste die Katastrophe aus.

Interessanterweise prophezeite Jesus Christus einige Jahre zuvor die Vernichtung des zweiten Tempels (Matthäus 24) und kündigte gleichzeitig seine Rückkehr an, die von unterschiedlichen Zeichen begleitet wird. Ausserdem verglich sich der Heiland in Johannes 2 (Verse 18 bis 22) selbst mit dem Tempel in Jerusalem. Ein wichtiger Hinweis auf den Rettungsplan Gottes und die zukünftige Generation der Gläubigen.

Obwohl sich die Juden aus dem Neuen Testament anfangs in den Synagogen versammelten, lesen wir in der Apostelgeschichte, dass die Nachfolger von Jesus eine neue Art der Gemeinschaft pflegten – siehe Kapitel 4, Verse 32 bis 35:

«Und die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seinen Gütern sein Eigen sei, sondern alle Dinge waren ihnen gemeinsam. Und mit grosser Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung des HERRN Jesus, und grosse Gnade war auf ihnen allen. Es litt auch niemand unter ihnen Mangel; denn die, welche Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Erlös des Verkauften und legten ihn den Aposteln zu Füssen; und man teilte jedem aus, so wie jemand bedürftig war.»

Der Schwerpunkt verlagerte sich von prunkvollen Kirchen auf einfache Wohnhäuser. Plötzlich standen keine Rituale und Programme im Vordergrund, sondern die Liebe Gottes. Die ersten Christen bildeten eine grosse Familie, teilten ihren Besitz, verkündeten die gute Nachricht, trieben böse Geister aus, tauften Personen und heilten die Kranken.

Wie ist das möglich?

Nachdem Jesus am Kreuz gestorben und nach drei Tagen von den Toten auferstanden war, begann ein neues Zeitalter. Der Heiland präsentierte sich als das ultimative Opfer, welches stellvertretend für die Sünden der Menschheit geschlachtet wurde und die Tür zu Gott öffnete – siehe Johannes 3, Verse 16 bis 18:

«Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er hat nicht geglaubt an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.»

Jetzt haben wir die exklusive Gelegenheit, der ewigen Verdammnis zu entkommen und die Versöhnung mit dem Erfinder des Universums einzuleiten. Wer seine Schuld vor Gott bereut und sich im Wasser auf den Namen von Jesus Christus taufen lässt, erhält den Heiligen Geist. Es handelt sich dabei um ein übernatürliches Navigationssystem, dass unsere Herzen transformiert und eine himmlische Verwandtschaft unter den Gläubigen erzeugt.

Ausgerüstet mit dieser Superkraft von oben werden wir für unser Umfeld ein Segen. Der Heilige Geist schenkt uns Gaben (1. Korinther 12) wie Erkenntnis oder Weisheit, um Glaubensgeschwistern zu helfen und Leute für das Königreich Gottes zu gewinnen. Natürlich versucht Satan Widerstand zu leisten, aber die Schlange klebt unter deinen Schuhen, wenn du das alte Leben loslässt und deine neue Identität in Jesus Christus ergreifst.

Zusammenfassend könnte man sagen, dass durch Wasser und Geist wiedergeborene Christen gemeinsam die universale Kirche Gottes bilden und die notwendige Autorität erhalten, als Heilige in einer unheiligen Welt zu agieren. Dazu braucht es weder spezielle Gebäude noch Denominationen oder Religionen. Halleluja!

Nun verstehen wir besser, was Jesus als Gemeinde bezeichnet und weshalb er den Jünger Petrus als Felsen sieht – siehe Johannes Matthäus 16, Verse 18 bis 19:

«Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen. Und ich will dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.»

Mit Gemeinde und Fels meint der Heiland nicht die Katholiken oder den Vatikan in Rom, sondern alle Christen, die glauben, dass Jesus Gottes Sohn ist. Je nach Übersetzung der Bibel wird das Wort «Gemeinde» mit «Kirche» gleichgesetzt. In der griechischen Fassung steht das Wort «Ekklesia», was so viel bedeutet wie die «Herausgerufenen».

Tatsächlich ruft Gott seine verlorenen Söhne und Töchter aus der Finsternis heraus und will sie aus der Sklaverei des Teufels befreien. Stolz, Hass, Lügen, Fluchen, Diebstahl, Habsucht oder Perversionen sind keine Option! Wenn du das Friedensangebot von Golgota akzeptierst, dann kehre um von deinem falschen Weg und schliesse einen Bund mit deinem Schöpfer.

Jeder kann diese unverdiente Gnade beanspruchen und eine saubere Grundlage nach Apostelgeschichte 2,38 legen! Was wir brauchen ist eine persönliche Beziehung mit Jesus Christus und eine starke Allianz mit unseren Brüdern und Schwestern im HERRN. Als Team loben wir Gott, beten miteinander, studieren die Bibel und gehen vorwärts, ohne Kompromisse mit der Wahrheit zu machen. Theologie und Praxis.

Genauso wie das Wort «Kirche» falsch interpretiert wurde, gab man auch dem Begriff «Gottesdienst» eine verkehrte Bedeutung. Der eigentliche Sinn wird in Römer 12 in den Versen 1 und 2 von Paulus wunderbar erklärt:

«Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: Das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.»

Es geht nicht darum, einmal pro Woche einen klassischen Gottesdienst zu besuchen und die restlichen Tage die Sau rauszulassen. Das gesamte Leben eines Nachfolgers von Jesus ist ein Dienst für Gott. Christen haben das Vorrecht, neu zu denken und als Botschafter des Himmelreichs auf dieser gefallenen Erde zu handeln.

Laut dem ersten Brief des Petrus sind alle vom Heiligen Geist erfüllten Christen berufen, als Könige und Priester zu wirken – siehe Kapitel 2, Verse 9 bis 10:

«Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht — euch, die ihr einst nicht ein Volk wart, jetzt aber Gottes Volk seid, und einst nicht begnadigt wart, jetzt aber begnadigt seid.»

Diese faszinierende Aussage bedeutet, dass wir als «Könige» den guten Kampf mit dem Helm des Heils, dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, dem Schild des Glaubens, dem Gürtel der Wahrheit, dem Schwert des Geistes und den Stiefeln des Evangeliums kämpfen. Als «Priester» arbeiten wir mit den Früchten des Heiligen Geistes (Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Demut, Selbstbeherrschung) im Alltag.

Wenn du den Heiligen Geist empfangen hast, bekommst du das Privileg ein Kind Gottes zu sein. Ab diesem Zeitpunkt bist du Teil der lebendigen Kirche und gehörst zur königlichen Familie. Sobald der Geist des Heilands bei dir einzieht, ist dein Körper der Tempel des HERRN und wertvoller als die berühmten Kirchen Notre-Dame oder Westminster Abbey…

«Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes zerstört, den wird Gott zerstören, denn der Tempel Gottes ist heilig – der seid ihr.»

Bibel, 1. Korinther 3, 16-17

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