Chanukka 2019 und die Taufe von Chaim

Früher feierte ich Weihnachten, heute lasse ich die Finger davon! Offensichtlich ist Jesus Christus nicht am 24. Dezember geboren. Dennoch verurteile ich niemanden, der das Fest mit dem heidnischen Hintergrund zelebriert. Ich bin froh, dass der gewaltige Druck von mir gewichen ist. Ich habe keine Lust mehr Grusskarten zu verfassen, Geschenke zu kaufen, Tannenbäume zu schmücken, Adventskalender aufzuhängen oder Familienfeiern zu besuchen. Materialschlachten, Fressorgien und wilde Partys verdrängen das Geburtstagskind. Ich motiviere alle Christen, das Evangelium während diesem Mega-Event zu teilen, damit die «unheilige Nacht» zum Segen wird. Krippe und Kreuz bilden eine Einheit. Der Traum von Josef lüftet dieses Geheimnis – siehe Matthäus 1, Verse 20 bis 23:

«Als er aber dies überlegte, siehe, da erschien ihm ein Engel des HERRN im Traum und sprach: Joseph, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist. Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen; denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden. Dies alles geschah aber, damit erfüllt würde, was von dem HERRN geredet ist durch den Propheten, der spricht: «Siehe, die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Emmanuel nennen», was übersetzt ist: Gott mit uns.»

Das ultimative Geschenk findest du nicht unter dem Tannenbaum, sondern exklusiv beim HERRN! Du erhältst keine Vergebung, wenn du nicht von deinen falschen Wegen umkehrst und in die Arme des himmlischen Vaters flüchtest. Gott will nicht, dass jemand verloren geht, sondern möchte dich retten. Jesus Christus kam auf diese Welt und starb für dich auf Golgota.

Wir haben den Heiland gekreuzigt. Die rostigen Nägel symbolisieren unsere Sünden. Lügen, Stehlen, Fluchen oder Hurerei zerstören die Beziehung mit dem Schöpfer des Universums. Nach drei Tagen verliess Jesus sein Grab und besiegte den Tod. Nun haben wir die Gelegenheit, diese unverdiente Gnade zu empfangen und in Ewigkeit zu leben. Halleluja!

Am Montag (23.12.2019) folgten wir der Einladung von Chaim. Wir trafen den messianischen Juden auf dem Tessinerplatz in Zürich. Dort wurde «Chanukka» gefeiert. Es handelt sich um das Lichterfest, welches an die Ereignisse aus dem ersten Buch der Makkabäer erinnert. Damals tobte eine Schlacht um den zweiten jüdischen Tempel in Jerusalem, der mit Götzen (Zeus) verunreinigt wurde. Obwohl das geweihte Öl für die siebenarmige Menora während dem Kampf gegen den König von Syrien knapp wurde, ging es nicht aus und brannte acht Tage ohne Unterbrechung.

Mich überraschte, dass der Regen kurz vor dem Entzünden der Lichter stoppte. So konnte die Veranstaltung beim Bahnhof Enge ohne Zwischenfälle ablaufen. Gemäss dem Wunder im Tempel wird täglich eine weitere Lampe angezündet, bis alle brennen. Die Zuschauer erhielten an diesem Abend einen elektronischen Leuchter im Miniformat und ein Süssgebäck.

Danach fuhren wir mit dem Tram ins Stadtzentrum von Zürich und genossen eine Mahlzeit im Restaurant. Wir redeten über Gott und freuten uns über die Gemeinschaft. So sprachen wir über das Fundament eines Gläubigen, dass in Apostelgeschichte 2,38 beschrieben ist:

«Petrus aber spricht zu ihnen: Tut Busse, und jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.»

Bevor du das Königreich des Lichts betreten darfst, musst du neu geboren werden. Die Konversation zwischen Nikodemus und Jesus in Johannes 3 hilft uns, die Wahrheit zu erkennen. Wer die dreckige Vergangenheit loslässt, erhält eine saubere Identität als Kind Gottes.

Als wir zu Hause ankamen, entdeckte ich eine Nachricht von Chaim auf meinem Telefon. Er wollte sich am nächsten Tag taufen lassen! Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, ob das so kurzfristig möglich sein wird. An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen Glaubensgeschwistern, welche für Chaim im Vorfeld beteten.

Am Dienstag (24.12.2019) staunte ich über Gottes Planung. Stéphane erklärte sich bereit, an diesem Einsatz teilzunehmen und holte Chaim in Winterthur ab. Die Biografie des 42-Jährigen ist umfangreich. Ich werde hier nur wenige Details auflisten. Vor über 20 Jahren liess er sich in einer christlichen Gemeinde taufen, weil er seiner Mutter gefallen wollte. Damals gab er aber seinen destruktiven Lebensstil nicht auf. Es handelt sich um eine falsche Vorstellung der Gnade, die viele Christen haben.

Gott hat seinen Sohn nicht am Kreuz geopfert, dass wir in der Sünde verharren. Im Gegenteil. Der HERR will uns befreien aus dem Gefängnis des Teufels. Das kostbare Blut von Jesus Christus hat die Kraft, jede diabolische Bindung aufzulösen. Im Verlaufe unseres Gesprächs bekannte Chaim seine Sünden und wir beteten miteinander – siehe Jakobus 5,16:

«Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.»

Ausserdem studierten wir relevante Stellen aus der Bibel. Das Friedensangebot aus dem Himmelreich ist wunderbar und mündet in einer leidenschaftlichen Beziehung mit dem Heiland. Wer seine Schuld bereut und sich im Wasser auf den Namen von Jesus Christus taufen lässt, wird von der Kraft Gottes erfüllt. Die sündige Natur des Menschen stirbt und er wird befähigt, als geheiligter Botschafter zu agieren. Schauen wir uns einige Worte aus Römer 6 an – siehe Verse 1 bis 14:

«Was sollen wir nun sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade um so mächtiger werde? Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind? Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, und wissen, dass Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über ihn nicht herrschen. Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er Gott. So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus. So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam. Auch gebt nicht der Sünde eure Glieder hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin, als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit. Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, weil ihr ja nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.»

Der neue Bund mit Gott ist ausschliesslich durch das Kreuz von Golgota möglich. Die Israeliten vermochten den alten Bund vom Sinai nicht einzuhalten wegen der Schwachheit ihres Fleisches. Deshalb brauchte es unzählige Tieropfer. Jesus erfüllte das Gesetz und läutete mit seinem Tod und seiner Auferstehung das Zeitalter der Gnade ein.

Im Klartext: Wir können nicht mit unseren guten Taten vor Gott bestehen, sondern werden alleine aus Gnade gerettet! Trotzdem sind Christen übernatürliche Werkzeuge, die als Salz und Licht in einer gefallenen Welt fungieren. Unsere Aufgabe ist es, die gute Nachricht zu verkünden und wertvolle Seelen vor der Hölle zu bewahren.

Das Alte Testament muss immer aus der Perspektive des Neuen Testaments betrachtet werden! Mose erhielt zwei Tafeln aus Stein mit den zehn Geboten. Nun schreibt der Heilige Geist die heilsamen Richtlinien direkt in unsere Herzen, wenn wir uns mit Gott versöhnen.

Jesus hat uns berufen, als lebendige Tempel zu handeln. Echte Christen befinden sich also in einem Prozess der Heiligung und haben Autorität über die Angriffe Satans. Im Brief an die Hebräer erwähnt Paulus unter anderem die Gesetzmässigkeiten aus dem neuen Bund, welche bisherige Gebote über Speise, Opfer und Reinigung aus Sicht des Heilands erklären.

Bevor wir Chaim in der Badewanne im Namen von Jesus Christus tauften, fragte ich ihn, ob er sein Armband mit der hebräischen Inschrift ausziehen wollte. Es handelte sich um das jüdische Glaubensbekenntnis «Schma Jisrael», welches mit Worten aus der Tora (die fünf Bücher Mose) beginnt. Er war einverstanden mit meinem Vorschlag!

Nach der Taufe betonte Chaim mehrmals, dass er von einer Freude erfüllt wurde. Später sangen wir Loblieder und dankten Gott für alles. Zudem beteten wir für seinen Rücken, damit die durch einen Autounfall verschobenen Wirbel in die göttliche Ordnung zurückkehrten. Dabei spürte er ein Knacken!

Stéphane bekam noch einen Vers aus Jesaja 53 für Chaim und überreichte ihm am Schluss ein Blatt Papier mit der betreffenden Aussage. In diesem Kontext möchte ich auf das Projekt «Tree of Life Ministries» aus Israel hinweisen, dass mit dem Video «The Forbidden Chapter: Isaiah 53» die Prophezeiung über den Messias thematisiert.

Spannend war, dass er nach der Taufe vergass, das alttestamentliche Armband wieder anzuziehen. Ich hatte den Eindruck, dass er das Accessoire entsorgen sollte und teilte ihm meine Gedanken mit. Jedenfalls folgten wir dieser Idee und ich begriff nach einer Weile, dass es sich hier um ein Zeichen handelt. Gott zeigte uns, dass Chaim im neuen Bund mit Jesus Christus angekommen ist…

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