Besuchst du einen Gottesdienst oder bist du ein Dienst für Gott?

Ab Ende Mai dürfen in der Schweiz wieder «offizielle» Gottesdienste gefeiert werden. Das Bundesamt für Gesundheit hat ein Konzept für Kirchen entwickelt, um sich vor dem Virus zu schützen. Da sich viele Gläubige vom ursprünglichen Bild einer Gemeinde verabschiedet haben, entstand in der Corona-Krise ein Vakuum. Es kam die geistliche Unreife zum Vorschein. Ein Blick ins Neue Testament zeigt, dass die ersten Nachfolger von Jesus sich in den Häusern trafen und den Alltag miteinander erlebten. Die Jünger teilten ihre Ressourcen, verkündeten das Evangelium, trieben Dämonen aus, heilten die Kranken und gewannen Seelen für das Königreich des Lichts.

Das ganze Leben eines Christen ist ein abenteuerlicher «Dienst für Gott» und kein frommer Spielplatz für dein Ego!

Jakobus schreibt im ersten Kapitel seines Briefes über den Zusammenhang zwischen Glauben und Werken. Wer jeden Sonntag die Predigten von der Kanzel hört und Gottes Wort nicht in die Tat umsetzt, täuscht sich selbst. Du kannst dich nicht wie eine Wildsau benehmen und erwarten, dass der Heiland dein Verhalten akzeptiert. Ich zitiere die Verse 25 bis 27:

«Wer aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat und dabei geblieben ist, indem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist, der wird in seinem Tun glückselig sein. Wenn jemand meint, er diene Gott, und zügelt nicht seine Zunge, sondern betrügt sein Herz, dessen Gottesdienst ist vergeblich. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen, sich selbst von der Welt unbefleckt zu erhalten.»

Wenn du mit Jesus unterwegs bist, dann begib dich in den Prozess der Heiligung und distanziere dich von destruktiven Gewohnheiten. Lügen, Stehlen, Morden, Neid, Hass oder Ehebruch passen nicht zu einem Kind Gottes. Lass die Finger von allem, was dem Teufel gefällt. Zigaretten, Pornografie, Okkultismus und jede Form von Drogen sind keine Optionen! Ebenso gefährlich ist ein toxischer Freundeskreis, der dich in den Abgrund reissen will. Was du brauchst, sind Geschwister im HERRN die mutig vorwärts gehen.

In Amos 5 spricht Gott über die heuchlerischen Gottesdienste seines Volkes. Trotz grosser Festlichkeiten und bombastischer Musik wandte sich der HERR ab, weil die Gerechtigkeit weggelassen und fremden Göttern nachgejagt wurde – siehe Verse 21 bis 24:

«Ich hasse, ich verachte eure Feste und mag eure Festversammlungen nicht riechen! Wenn ihr mir auch euer Brandopfer und Speisopfer darbringt, so habe ich doch kein Wohlgefallen daran, und das Dankopfer von euren Mastkälbern schaue ich gar nicht an. Tue nur hinweg von mir den Lärm deiner Lieder, und dein Harfenspiel mag ich nicht hören! Es soll aber das Recht einherfluten wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein unversiegbarer Strom!»

Kann man diese Beurteilung auch für heutige Gottesdienste anwenden, die einen gigantischen Aufwand betreiben und am Ziel vorbeischiessen?

Katholiken veranstalten beispielsweise einen Götzendienst der Superlative. Maria wird angebetet und wie eine Göttin verehrt. Viele Besucher verstehen das Abendmahl als Tradition und haben keine Beziehung mit dem Heiland. Reformierte Theologen befürworten Homosexualität und betreiben Yoga. In gewissen Freikirchen wird ein Evangelium des materiellen Reichtums gepredigt, während Frauen in vulgären Klamotten auf der Bühne herumstolzieren.

Jesus warnt in Lukas 6 (Vers 46) alle, die sich auf ihn berufen, aber nicht tun, was er gesagt hat. Bei Matthäus 7 finden wir in den Versen 22 bis 23 eine ähnliche Aussage:

«Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: HERR, HERR, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!»

Genauso wie der «Gottesdienst» im Verlaufe der Jahrhunderte falsch interpretiert wurde, gab man auch der «Kirche» eine verkehrte Bedeutung. Jesus spricht weder von einer Institution noch von einem Gebäude. Vielmehr sind diejenigen Menschen gemeint, welche eine geistliche Neugeburt erlebten und dem Heiland folgen. Die Erkenntnis von Petrus über die Herkunft von Christus ist die Basis für die weltweite Gemeinde des HERRN – siehe Matthäus 16, Verse 16 bis 18:

«Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel! Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.»

Demzufolge haben wir es mit einer alttestamentlichen Vorstellung zu tun, wenn klassische «Kirchen» gebaut und rituelle «Gottesdienste» zelebriert werden. Gemäss der Bibel sind Christen die lebendigen Bausteine von Gottes Tempel und auserwählt, jeden Tag einen Lebensstil zu führen, der sich dem Zeitgeist widersetzt – siehe 1. Korinther 6, 18 bis 20:

«Flieht die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch sonst begeht, ist ausserhalb des Leibes; wer aber Unzucht verübt, sündigt an seinem eigenen Leib. Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören!»

Wer mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, bildet laut der Bibel die eigentliche «Kirche» und ist Teil der internationalen Gemeinde von Jesus Christus. So könnte man sagen, dass in Matthäus 18 der Heiland in Vers 20 über die kleinste Form einer «Hauskirche» spricht:

«Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.»

Wenn du an den Rettungsplan von Golgota glaubst und dich von deinen negativen Verhaltensmustern abwendest, bist du qualifiziert für die Ewigkeit! Der Heiland ist am Kreuz stellvertretend für dich gestorben und hat die Todesstrafe für deinen Schuldenberg mit seinem kostbaren Blut bezahlt. Wenn du nicht in die Hölle fahren willst, dann profitiere von dieser übernatürlichen Gnade und Vergebung. Bereue deine Schuld, lasse dich auf den Namen von Jesus Christus im Wasser taufen und empfange die Gabe des Heiligen Geistes. Eine fruchtbare Gemeinschaft mit Gott ist das Ziel.

Nebst den Klischees vom «Gottesdienst» und der «Kirche» existiert auch die Fehlinterpretation des «Zehnten», den einige Gemeinden von ihren Mitgliedern verlangen. Dabei beziehen sich die Verantwortlichen unter anderem auf Maleachi 3 (Vers 10) und proklamieren, dass zehn Prozent des Einkommens in das klerikale Konstrukt gesteckt werden müssen, damit der Segen von oben fliesst:

«Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.»

Ursprünglich ging es darum, dass die Israeliten ihre gesalbten Priester finanzierten, damit sich diese auf den Dienst im Tempel Gottes konzentrierten. Ein Bruchteil der Einnahmen wurde für das Gebäude verwendet. Das Lagerhaus fungierte für die Verwaltung der Beiträge an die Leviten und Armen.

Im neuen Bund mit Jesus werden die zehn Prozent durch eine bessere Regel abgelöst. Nun sind die Gläubigen der Tempel Gottes und agieren mit dem Heiligen Geist als Priester. Deshalb findet man im Neuen Testament keine verbindliche Anweisung über den «Zehnten», weil die Nachfolger des Heilands sich aus Liebe ins Königreich des Lichts investieren und einander dankbar tragen.

Wer die Geschichte mit der Spende und der Zerstörung des historischen Tempels in Lukas 21 im Kontext liest, findet wertvolle Hinweise auf das zukünftige Bild der Gemeinde – siehe Verse 1 bis 6:

«Als er aber aufblickte, sah er, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten. Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein; und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle! Denn diese alle haben von ihrem Überfluss zu den Opfergaben für Gott beigetragen; sie aber hat aus ihrer Armut heraus alles eingelegt, was sie zum Lebensunterhalt besass. Und als etliche von dem Tempel sagten, dass er mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sprach er: Was ihr da seht – es werden Tage kommen, wo kein Stein auf dem anderen bleiben wird, der nicht abgebrochen wird!»

Die Bedeutung der Kollekte und des Tempels veränderte sich im neuen Bund. Wie erwähnt, stellen Christen das Haus Gottes (= Kirche) in dieser Welt dar und sind herausgefordert, sich leidenschaftlich einzusetzen. Dabei handelt es sich nicht um einen passiven Gottesdienst für konsumwütige Fans, die nach zwei Stunden den Saal wieder verlassen, sondern um echte Gemeinschaft unter den Gläubigen. Halleluja!

Die Nachfolger von Jesus haben das Privileg, in einer himmlischen Familie zu wachsen. In der Apostelgeschichte lesen wir, dass der Heilige Geist die Gemeinden organisiert hat und nicht ein Gremium von Hochschulabsolventen. Bevor die brutale Verfolgung in Jerusalem begann, trafen sich die messianischen Juden auch im herodianischen Tempel – siehe Kapitel 2, Verse 44 bis 47:

«Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der HERR aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.»

Nachdem die religiöse Elite den Glaubenshelden Stephanus getötet hatte, flohen die Christen in alle Himmelsrichtungen, um die gute Nachricht zu verteilen. Ab diesem Zeitpunkt bildeten unter anderem segensreiche Wohngemeinschaften die Basis. Ist die WG eine christliche Erfindung? Auch die Mobilität gehörte zum Markenzeichen der Apostel. So reisten Paulus und dessen Team von Ort zu Ort. Die Jünger hielten sich an die Instruktionen aus Epheser 4 – siehe Verse 11 bis 16:

«Und ER hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus, bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Mass der vollen Grösse des Christus; damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus. Von ihm aus vollbringt der ganze Leib, zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Mass der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes zur Auferbauung seiner selbst in Liebe.»

Gott wählte Personen für den Dienst aus, um die Gemeinde von Jesus für das geistliche Schlachtfeld vorzubereiten. Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer trainierten die Gläubigen. Der gute Kampf des Glaubens ist ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung. Wir brauchen die übernatürliche Ausrüstung, welche in Epheser 6 (Verse 10 bis 20) beschrieben ist und sollen die Gaben des Heiligen Geistes (1. Korinther 12) entdecken, um das Königreich des Lichts zu expandieren.

Damals ging es nicht um spektakuläre Konzerte und Konferenzen. Ein Lobpreis manifestierte sich beispielsweise im Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen. Anstatt kostspielige Programme und Infrastrukturen zu pflegen, kultivierte man die Liebe zu den Geschwistern im HERRN. Jesus spricht in Johannes 13 im Vers 35 über das brisante Thema:

«Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.»

Im ersten Brief des Petrus finden wir ein explosives Faktum, das einen kraftvollen Dienst für Gott auszeichnet. Christen befinden sich nicht in einem Wettstreit gegen Christen, sondern sollen ihre Gaben zum Wohle der anderen einsetzen – siehe Verse 10 bis 11:

«Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes: Wenn jemand redet, so rede er es als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so tue er es aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.»

Für einen effektiven Dienst im Königreich Gottes müssen wir unser Kreuz tragen und den Stolz beerdigen. Jesus demütige sich bis zum Tod und wusch seinen Schülern sogar die Füsse. Heutzutage haben Christen bereits Probleme, wenn sie einem Glaubensbruder aus einer Notlage helfen sollen. Im Kapitel 4 der Apostelgeschichte lesen wir, dass die Nachfolger von Jesus eine revolutionäre Art der Gemeinschaft pflegten und sogar ihre Besitztümer verschenkten – siehe Verse 32 bis 35:

«Und die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seinen Gütern sein Eigen sei, sondern alle Dinge waren ihnen gemeinsam. Und mit grosser Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung des Herrn Jesus, und grosse Gnade war auf ihnen allen. Es litt auch niemand unter ihnen Mangel; denn die, welche Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Erlös des Verkauften und legten ihn den Aposteln zu Füssen; und man teilte jedem aus, so wie jemand bedürftig war.»

Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer, dass die Nachfolger von Jesus ihr Leben als einen Dienst für Gott sehen sollen. Egal, welche Tätigkeiten du im Königreich des Lichts ausübst, tue alles mit Fokus auf den HERRN! Nicht nur auf der Strasse, sondern auch im Haushalt. Kochen, Putzen oder Einkaufen sind Beispiele. Eine gläubige Mutter erzieht ihre Kinder in der Furcht des HERRN. Ein gläubiger Vater leitet die Familie nach biblischen Prinzipien. Ein gläubiger Arbeiter dient im Blick auf den Heiland. Lasst uns Salz und Licht sein, damit das Umfeld mit der hoffnungsvollen Botschaft vom Kreuz erreicht wird…

«Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: Das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.»

Bibel, Römer 12, Verse 1-2

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